Kurzbeschrieb des Liegestuhlprojekts
Der Grundgedanke beim Liegestuhl Projekt war es, ein neues Setting am Rheinbord zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen können. Dazu wurden 12 bunte Liegestühle gekauft, die auf den Stufen des Rheinbords platziert wurden. So fanden sich auf dem tristen grau der Betonstufen plötzlich ein paar Farbtupfer. Immer wieder blieben Passanten, Touristen und Jugendliche stehen und beobachteten neugierig das ruhige Treiben am Ufer des Rheins. Und wo gibt es heute noch etwas kostenlos? Immer wieder die Frage „Kostet das was?“ Nein, hier gibt es Gratis-Liegestühle und Gespräche an der original Basler Riviera.
Durch diese ungewöhnliche Aktion gab es keine Hemmschwelle mehr, wenn es um die Kontaktaufnahme zwischen den Gruppierungen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mobilen Jugendarbeit. So kam es, dass sich zwischen Alt und Jung offene Gespräche entwickelten.
Durchführung
Im Juli stellten wir zum ersten Mal die Liegestühle an das Rheinbord. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren begeistert: „Hey so gemütlich war es hier noch nie.“ Da die Liegestühle über alle Stufen verteilt waren gab es Platz für verschiedene Gruppierungen. Der Aktionszeitraum fand donnerstags und freitags zwischen 17 und 22 Uhr statt. Die Jugendlichen und Erwachsenen konnten dann die Liegestühle bis spätestens 22 Uhr. Fast alle hielten sich an die Abmachung, die Stühle in Eigenregie zum Lagern in den Sekundenzeiger am Rheinbord zurückzubringen.
Zusammenarbeit
Des Weiteren konnten wir auf diese Weise die Zusammenarbeit zwischen Mobiler Jugendarbeit und dem Sekundenzeiger vertiefen. Die Mitarbeitenden des Sekundenzeigers waren bereit ab 22 Uhr verbliebene Liegestühle einzusammeln. Bei dieser Gelegenheit hatte das Team des Sekundenzeigers dann Gelegenheit mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. So war es auch möglich auf die Angebote (Räumlichkeiten nutzen, Teilnahme am Hip-Hop-, Skateboardworkshop) des Sekundenzeigers bekannt zu geben.
Das Fazit
Die Rückmeldungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren durchweg positiv. Insgesamt haben wir mit dem Projekt 137 junge Menschen erreicht. Dabei hat sich gezeigt, dass die Liegestühle auch von Rheinschwimmerinnen und Rheinschwimmern sowie Passanten genutzt wurden. Wir haben die Liegestühle als ein "verbindendes Element" zwischen verschiedenen Gruppierungen resp. Jung und Alt wahrgenommen. Alle Leute, die die Aktion gesehen oder davon gehört hatten waren begeistert. Keiner der Liegestühle wurde beschädigt, gestohlen oder im Rhein versenkt – auch, wenn es zu Beginn diese Befürchtungen gab – dies beweist: ausprobieren! Eine Kiste mit Comics stand an den Stufen und lud zum Lesen ein, diese Gelegenheit sehr selten wahrgenommen – im Vordergrund standen Gespräche. Eine feste Gruppierung Jugendlicher war während des Aktionszeitraums jedoch nicht auszumachen.